Was ist denn da in Alabama los?!

Es ist wirklich unvorstellbar was aktuell in den USA geschieht: In Alabama sind nun Schwangerschaftsabbrüche in fast allen Fällen illegal, auch nach Vergewaltigungen. Ärzt*innen, die einen Abbruch durchführen können eine Haftstrafe bis zu 99 Jahren erhalten. Im Vegleich dazu: für Inzest liegt die Höchststrafe bei 10 und für Vergewaltigung bei 20 Jahren. In Georgia, Ohio, Kentucky und Mississippi sind Abbrüche ab der Registrierung eines „fetalen Herzschlages“ (ca. Woche 6) verboten – ein Zeitpunkt, zu dem die meisten noch gar nicht wissen, dass sie schwanger sind. In Ohio dürfen auch Eileiterschwangerschaften – eigentlich ein lebensgefährlicher Zustand für die Schwangeren – nicht abgebrochen und sollen stattdessen in die Gebärmutter ‚zurückverpflanzt‘ werden: einen Eingriff, den es in der Medizin gar nicht gibt. Das sind jedoch nur einige Beispiele.

Die traurige Wahrheit ist, dass Fundamentalist*innen/ Anti-Choice-Personen/ Anti-Feminist*innen gerade Hand in Hand arbeiten, um Rechte von Frauen und Menschen mit Uterus , Rechte auf körperliche, reproduktive Selbstbestimmung sowie körperliche Unversehrtheit und politische Mitbestimmung einzuschränken.

Menschen zu zwingen, die Schwangerschaft auszutragen ist menschenverachtend. Menschen mit Uterus sind keine Gebärmaschinen. Sie haben das Recht darüber zu entscheiden, was mit ihrem Körper geschieht. Und dieses Recht werden sie einfordern, ob es legal ist oder nicht. Verbote werden also nicht dazu führen, dass weniger Abbrüche durchgeführt werden, sondern nur dass diese unsicherer werden und setzen damit das Leben der Schwangeren in Gefahr (Guttmacher Institut).

Die Washington Post gibt eine Übersicht über die Gesetzeslage zum Schwangerschaftsabbruch in den unterschiedlichen US-Staaten und wann welche Veränderungen vorgenommen wurden. Da wird deutlich, dass in den letzten Jahren, aber v.a. in 2019, die Gesetzeslage in der Mehrheit der Staaten immer extremer und restriktiver geworden ist. Wer also glaubt, dass einmal erreichte Errungenschaften nicht mehr verloren gehen können, hat sich getäuscht.

(Quelle Washington Post)

Das Problem ist, dass solche Gesetze oft von Menschen beschlossen werden, die nicht wissen, was es bedeutet, schwanger zu sein. Auch im Senat in Alabama gibt es genau 4 Frauen, welche damit deutlich unterrepräsentiert sind. Die 25 Ja-Stimmen stammen – wer hätte es gedacht – von weißen Männern. Es kann nicht sein, dass diese über das Schicksal und den Körper einer Frau/ Mensch mit Uterus entscheiden!

(Quelle: CNN)

Denn es zeigt sich immer wieder, dass diese Politiker*innen nichts über die weibliche Anatomie wissen, nicht verstehen wie der Körper funktioniert und sich meist noch nie näher mit dem Thema ‚Schwangerschaftsabbruch‘ auseinander gesetzt haben. Paradebeispiel ist das Interview mit Jim Buchy von 2012. Jim Buchy ist Republikaner und großer Abbruchs-Gegner. In Ohio arbeitet er engagiert daran, die Gesetze zum Schwangerschaftsabbruch restriktiver zu gestalten. Über die Frage, warum Frauen einen Abbruch durchführen, hat er sich aber noch nie Gedanken darüber gemacht:

Die aktuellen Entwicklungen lassen einen nur den Kopf schütteln. In was für eine Richtung entwickelt sich unsere Welt? Wie kann es sein, dass Menschen mit Uterus auch noch im Jahr 2019 darum bangen muss, selbstbestimmt über den eigenen Körper entscheiden zu dürfen?

Deswegen brauchen wir – heute mehr denn je – jeden Einzelnen von euch! Organisiert euch und seid laut! Geht auf die Straßen und demonstriert mit uns! Informiert euch und euren Umkreis! Ihr habt einen Schwangerschaftsabbruch gehabt? Erzählt es euren Mitmenschen! Helft uns, das Stigma zu durchbrechen!

Liebe Grüße
Leonie von MSFC Berlin

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