Was fordern wir?

Studium und Fachärzt*innenausbildung

Der Schwangerschaftsabbruch ist einer der häufigsten operativen Eingriffe in der Gynäkologie. Jährlich werden ca. 100.000 Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland durchgeführt. Und die Prüfungskomission für das Staatsexamen Humanmedizin in Deutschland, der IMPP (Institut für Medizinische und Pharmazeutische Prüfungsfragen), fordert ausdrücklich die Behandlung dieses Themas im Studium. Trotzdem wird diese Thematik nur unzureichend abgebildet.

(1) Wir fordern eine frühere und tiefergehende Implementierung des Themas und die Schaffung von Diskussionsräumen im Medizinstudium und in artverwandten Studiengängen.

(2) Wir fordern, dass medizinische Aspekte des Schwangerschaftsabbruchs, wie die Methoden, Vor-und Nachteile dieser Methoden, Häufigkeit der Anwendung dieser Methoden, Durchführung, Medikamente, Nebenwirkungen, Komplikationen gelehrt werden.

(3) Wir fordern den Schwangerschaftsabbruch als festen Bestandteil der gynäkologischen Fachärzt*innenausbildung, an allen Krankenhäusern, die eine Weiterbildungsberechtigung haben.

(4) Wir fordern eine Leitlinie zum Schwangerschaftsabbruch in Deutschland und dass die laut WHO unsichere Methode der Curettage in Deutschland nicht mehr verwendet wird.

 

Politische Forderungen

(5) Wir fordern mehr Forschung zum Schwangerschaftsabbruch in Deutschland.

(6) Wir fordern eine flächendeckende Versorgung mit Praxen und Kliniken in Deutschland, die Abbrüche durchführen.

(7) Wir fordern: Weg mit §218 und §219a!

 

Diskussionskultur

Obwohl dieser Eingriff hunderttausendfach in Deutschland durchgeführt wird, ist er immer noch gesellschaftlich stigmatisiert und gesetzlich kriminalisiert. Die hieraus folgende Tabuisierung trägt zum Unwissen und einem mangelnden Problembewusstsein in der Studierendenschaft sowie der Allgemeinbevölkerung bei.

(8) Durch offene Veranstaltungen und Partnerschaften mit Aktivist*innen wollen wir eine breitere Öffentlichkeit erreichen und so zur Enttabuisierung des Schwangerschaftsabbruchs beitragen.

(9) Wir stellen uns einer Stigmatisierung und Kriminalisierung von Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, aktiv entgegen.