Tante Barbara steht Dir zur Seite

Heute möchten wir euch eine der Organisationen vorstellen, die wir unterstützen: Ciocia Basia. Mädchenmannschaft hat einen schönen Artikel über sie und die derzeitige Lage in Polen geschrieben.

In Polen sind Abtreibungen nur möglich, wenn die Gesundheit oder das Leben der schwangeren Person gefährdet sind, wenn die Schwangerschaft Folge einer Straftat ist oder wenn der Fötus schwer beschädigt ist. Damit hat Polen hat eine der striktesten Abtreibungsgesetzgebungen Europas. Nur noch Malta, San Marino, Liechtenstein, Andorra, Monaco, Irland und Nordirland haben ähnlich strenge oder noch strengere Gesetze.

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Seit September 2016 droht stattdessen eine weitere Verschärfung des Abtreibungsgesetzes. Damals hatte die christlich-fundamentalistische Stiftung Ordo Iuris ein Gesetz entworfen, das Abtreibung nur noch erlaubt, wenn das Leben der Schwangeren akut bedroht ist und zusätzlich Haftstrafen für die abtreibende Person vorsieht (bisher machen sich diejenigen strafbar, die bei der Abtreibung helfen). Der Gesetzesentwurf wurde von der Bürger_inneninitiative »Stop Abtreibung« als Petition ins Parlament gebracht und am 23. September 2016 in erster Lesung verabschiedet. Diese Entscheidung löste in Polen und über Polen hinaus massive Proteste unter den Schlagwörtern #czarnyprotest und #blackprotest aus. In vielen Städten inner- und außerhalb Polens gab es Demonstrationen, hunderttausende Menschen gingen für das Recht auf Abtreibung auf die Straße.

Angesichts dieser wohl unerwarteten Proteste lehnte das Parlament den Gesetzesentwurf in der zweiten Lesung ab und es blieb vorerst bei der alten (wohlgemerkt sowieso schon extrem restriktiven) Gesetzgebung. Im März 2018 gab es einen erneuten Vorstoß, die Gesetzgebung zu verschärfen, wieder gingen Zehntausende auf die Straße. Im Moment ist unklar, was passieren wird: Das Parlament hat die Entscheidung auf unbestimmte Zeit verschoben.

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Ciocia Basia ist eine Gruppe von Aktivist*innen in Berlin, die Menschen aus Polen dabei unterstützt, in Berlin sicher und straffrei abzutreiben. Wer ungewollt schwanger ist, kann uns über Telefon, E-Mail oder Facebook erreichen. Wir klären dann über Möglichkeiten auf – bis zur 7. Schwangerschaftswoche ist in Deutschland ein medikamentöser Abbruch möglich, bis zur 12. ein operativer. Personen, die schon in einem fortgeschritteneren Schwangerschaftsstadium sind, vermitteln wir in die Niederlande oder nach Großbritannien, wo Schwangerschaftsabbrüche bis zur 22. bzw. bis zur 24. Woche legal sind.

Für diejenigen, die nach Deutschland kommen, organisieren wir Termine für die gesetzlich verpflichtende Schwangerschaftskonfliktberatung und für die Abtreibung in der Klinik. Wir begleiten, übersetzen und organisieren, wenn nötig, auch Unterkünfte.

Diejenigen, die sich den Abbruch nicht selbst leisten können, unterstützen wir auch finanziell. Bisher konnten wir uns mit Soliparties und Spenden gut über Wasser halten – doch wir werden in Polen immer bekannter und bekommen dementsprechend mehr Anfragen. Das Recht auf körperliche Selbstbestimmung darf aber nicht vom Einkommen einhängen! Wenn ihr sicherstellen wollt, dass wir auch weiterhin allen ungewollt Schwangeren helfen können, könnt ihr hier spenden: https://www.gofundme.com/tantebarbara

 

Telefon: 0152 10385680

E-Mail: ciocia.basia@riseup.net

Facebook: facebook.com/ciociabasiaberlin

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