„Sie müssen schweigen, als täten sie etwas Verbotenes. Ihre Arbeit wird kriminalisiert. Sachliche Informationen über Schwangerschaftsabbrüche werden zu einer Art Geheimwissen.“

Davina Höflich (Bundesvorsitzende von proFamilia) im Interview mit SpiegelOnline.

SPIEGEL ONLINE: Die Gesetzeslage kommt einem Informationsverbot gleich. Was bedeutet das für Schwangere?

Höblich: Eigentlich haben Frauen laut Gesetz das Recht, sich ihren Arzt frei auszuwählen. Doch wie soll das gehen, wenn es keine frei zugänglichen Informationen darüber gibt, welche Ärzte einen Abbruch vornehmen? Der Schwangerschaftsabbruch wird so zum Tabu. Es wird den Frauen auch erschwert, sich für eine bestimmte Methode des Schwangerschaftsabbruchs zu entscheiden. Denn es wird nicht veröffentlicht, welche Gesundheitseinrichtungen welche Methoden anbieten.

[…]

SPIEGEL ONLINE: Vertreter der Kirche und der Union warnen, ohne Paragraf 219a könnten Abtreibungen künftig im Internet, Fernsehen oder Zeitschriften beworben werden. Droht eine Verharmlosung des Eingriffs?

Höblich: Wir von pro familia halten die Kritik für unsachlich und undifferenziert. Eine „anpreisende Werbung“ ist Ärzten laut Berufsordnung ohnehin verboten. In Frankreich und der Schweiz hat die Zahl der Abtreibungen durch die frei zugänglichen Informationen auch nicht zugenommen. Insgesamt ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche rückläufig. Außerdem bin ich überzeugt, dass betroffene Frauen und Paare die Entscheidung zu einem Abbruch niemals leichtfertig treffen.

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