„Paragraphen, Papayas und Pappnasen.“

Ein Blogbeitrag von Ninia La Grande – und wir werden erwähnt.

Über 100.000 Schwangerschaftsabbrüche werden jährlich in Deutschland durchgeführt. Diese sind nur straffrei, wenn sie bis zur 12. Woche passieren und, wenn die Gesundheit der schwangeren Person in Gefahr ist oder die Schwangerschaft durch eine kriminelle Handlung entstand. Viele Abtreibungen sind also im Grunde immer noch illegal. Grund genug für Mediziner*innen in der Ausbildung, sich mit dem Thema lieber nicht zu beschäftigen. Wie führt man einen Schwangerschaftsabbruch durch? Welche Methoden gibt es? Ein Thema, das nicht regulär im Studium vorkommt und dass die Mediziner*innen nur lernen, wenn sie sich selbst fortbilden. Und davon gibt es immer weniger – auch, weil sie nicht dem Strafbestand ausliefern wollen. In ganz Niederbayern gibt es einen Gynäkologen, der Schwangerschaftsabbrüche durchführt. Er ist siebzig Jahre alt und geht nicht in Rente, weil es sonst niemanden mehr gäbe. Und weil das Thema im Studium so ein rotes Tuch ist, gibt es Workshops für Mediziner*innen mit erfahrenen Gynäkolog*innen, bei denen sie die Absaugung mit einer Papaya üben.

Mit einer Papaya. So sieht sie aus – die Ausbildung für die Umsorgung von schwangeren Menschen in verzweifelten Situationen. Also ja, offensichtlich gibt es sogar viele, die bei den Rechten von Tieren kompromissloser sind als bei denen für Menschen mit Uterus – auch in der Politik.

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