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Es sei unsäglich, zu üben wie man „einen Menschen umbringt“.

„Umbringen“ bedeutet laut Wörterbuch: „jemanden gewaltsam ums Leben bringen“.
Die “Grenze der Lebensfähigkeit mit moderner intensivmedizinischer Hilfe“ wird bei „bei 24 SSW und einem Geburtsgewicht von ca. 500 g gezogen. Das Schwangerschaftsalter ist dabei entscheidender als das Gewicht.” [1] Im “Papaya-Workshop” werden hingegen die Methoden des SABs, die ihre Anwendungen innerhalb der Fristenregelung nach §218 StGB (bis zur 14. SSW unter bestimmten Bedingungen straflos) finden: manuelle Vakuumaspiration (bis zur 14. SSW p.c.) und medikamentös mit Mifegyne (bis zur 9. SSW p.c.) [2]. Dies sind keine „gewaltsamen“ Methoden, sondern schonende und sichere Verfahren. Danach üben die Teilnehmenden die Durchführung der manuellen Vakuumaspiration einmal am Papaya-Modell. Hierbei handelt es sich also um Embryos (bis zur 10.SSW) oder Feten (ab der 10. SSW), die noch keine Großhirnrinde entwickelt haben. So sind diese weder zu Schmerzen fähig noch allgemein lebensfähig. Dass man dies als “Umbringen eines Menschen” bezeichnet, zeigt weiter wie sehr der
Schwangerschaftsabbruch gesellschaftlich stigmatisiert und tabuisiert ist (siehe Punkt 3) und wie stark der Sprachgebrauch auch von einigen Ärzt*innen an der Charité von der sogenannten “Lebensschutzbewegung” geprägt ist. Von Mediziner*innen einer renommierten Universitätsklinik wie der Charité erwarten wir anstelle polemisierender, abschreckender Sprüche sachliche, wissenschaftlich fundierte Argumente.

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Quellen:

  1. Sänger N. Schwangerschaftsabbruch. In: Eberle C, Scholz C, Lübke M et al., Hrsg. Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe. 2., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Thieme 2015. doi:10.1055/b-003-104355
  2. Kästner R, Stauber M. Schwangerschaftsabbruch. In: Weyerstahl T, Stauber M, Hrsg. Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. 4. vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme 2013. doi:10.1055/b-002-94109