Ein „Papaya-Workshop“ für Studierende sei überflüssig, da bei der Thematik nur die ethischen Aspekte relevant seien und nicht das medizinische Know-How.

Obwohl der Schwangerschaftsabbruch einer der häufigsten operativen Eingriffe in der Gynäkologie ist, wird das Thema nur sehr unzureichend an deutschen medizinischen Fakultäten gelehrt. Meistens übernimmt das Fach Medizinethik die Thematisierung, wobei diese sich dann – logischerweise – auf die ethischen Aspekte beschränken. Die Lehre der medizinischen Aspekte seitens der Gynäkologie fehlt meistens [1, 2].
Im “Papaya-Workshop” wollen wir jedoch einen ganzheitlichen Überblick über das Thema geben und auch solche Aspekte vermitteln, die im medizinischen Curriculum bisher keinen Platz gefunden haben. Ethische Fragestellungen stehen dabei im Vordergrund. Wir glauben jedoch, dass man, um die ethischen Dimensionen zu verstehen, auch die medizinisch-methodischen Dimensionen des Eingriffes kennen und begreifen sollte. Gerade für zukünftige Mediziner*innen wird der naturwissenschaftliche Aspekt sehr relevant sein, um einen sachlichen und realistischen Zugang zu dem Thema zu erhalten. Viele Teilnehmer*innen kennen bisher nur die von Abtreibungsgegner*innen in Umlauf gebrachten, emotional aufgeladenen (Falsch-)Informationen und Bilder zum Procedere. Wir trauen den Studierenden zu, dass sie nach der Workshop-Teilnahme die Größe und das Risiko des Eingriffs besser und realistischer einschätzen und ins Verhältnis setzen können. Auf keinen Fall banalisieren wir durch die Erläuterung und Übung den Eingriff oder bilden Studierende in der Durchführung aus.

Quellen:

  1. Loewel, Vanessa: “Medizin-Workshop – Abtreibungen richtig lernen”. Stand 28.05.2018. https://www.deutschlandfunk.de/medizin-workshop-abtreibungen-richtig-lernen.680.de.html?dram:article_id=418897​
  2. Loewel, Vanessa: “Medizin-Workshop – Abtreibungen richtig lernen”. Stand 28.05.2018. https://www.deutschlandfunk.de/medizin-workshop-abtreibungen-richtig-lernen.680.de.html?dram:article_id=418897