Der Workshop verfehle es, Alternativen aufzuzeigen und zu besprechen.

Alternativen zum Schwangerschaftsabbruch (SAB) aufzuzeigen, ist Inhalt des Beratungsgesprächs, das mindestens 3 Tage vor dem eigentlichen Eingriff stattgefunden haben muss. Die Schwangerschafts-Konfliktberatung stellt damit ein anderes, völlig eigenständiges Thema dar und muss nicht unbedingt ärztliche Aufgabe sein, da eine eigenständige staatliche Anerkennung notwendig ist. Berater*innen sind dementsprechend meist Sozialarbeiter*innen, manchmal auch niedergelassene Ärzt*innen. Im Beratungsgespräch werden mögliche Perspektiven für ein Leben mit Kind besprochen (Betreuungsmöglichkeiten, Finanzierung etc.) und Unterstützung bei der Beantragung von Hilfen, der Wohnungssuche uvm. angeboten [1]. Wenn die Frauen sich nach der Beratung und der notwendigen Wartezeit weiterhin für eine Abtreibung entscheiden, kann der Eingriff von Gynäkolog*innen durchgeführt werden. Zu diesem Termin sollte die Entscheidung der Frau akzeptiert werden. Eine weitere Beratung ist überflüssig und kann ggf. sogar schädlich sein, da es die psychische Belastung der Frauen weiter erhöht (siehe hier).
Wie bereits erwähnt, ist es unmöglich, in 120 Minuten alle mit dem SAB assoziierten Themenbereiche vollständig abzudecken (siehe hier). Der “Papaya-Workshop” soll eine Einführung in das Thema SAB geben und die ärztlichen Tätigkeiten näher erläutern. Dabei werden die rechtlichen Rahmenbedingungen und damit die Notwendigkeit und der Ablauf eines Beratungsgespräches kurz erwähnt. Alternativen aufzuzeigen gehört thematisch nicht hinein. Um alle Aspekte rund um das Thema “Schwangerschafts- Konfliktberatung” zu erwähnen, ist eine separate Veranstaltung notwendig. Deshalb haben wir in der Vergangenheit bereits einen solchen Vortrag organisiert und luden eine professionelle, für die Schwangerschaftskonfliktberatung ausgebildete Beraterin von pro familia für einen Vortrag an die Charité ein.

Quellen:

  1. “Ungeplant schwanger: Beratung hilft”. Stand 09.03.2018. https://www.familienplanung.de/beratung/schwangerschaftskonflikt/beratung-hilft/ (abgerufen am 11.11.2018)